Oxapampa: Unser Tipp für Zentralperu

Bergdschungel, Musikfestival, deutsch-österreichische Kolonie: Das sind die drei Dinge, die uns in den Sinn kamen, wenn wir an Oxapampa dachten. Nun reisen wir seit 2011 kreuz und quer durch ganz Peru, haben fast alles gesehen und erlebt, doch der zentrale Regenwald mit seinen Orten Oxapampa und Pozuzo fehlte noch.

 

Auf unserer letzten Recherche-Reise durch Peru war es dann soweit. Wir legten eine Reiseroute durch Zentralperu fest: von Lima über Villa Rica, Oxapampa und Pozuzo bis nach Pucallpa, in den tiefen Regenwald der Region Ucayali. 

 

In Oxapampa verbrachten wir insgesamt 5 Tage und wären gern länger geblieben. Wir waren absolut begeistert von unserem Besuch und freuen uns nun, unsere Erfahrungen mit dir zu teilen. 


Hinter QUER DURCH PERU steht kein großer Verlag, sondern Anne und Nora. Seit 2011 reisen wir quer durch Peru und entdecken ständig neue Orte. Wir lieben es, unsere Erfahrungen mit anderen zu teilen. Ob auf unserem Blog, in unserem Newsletter oder in unserem Reiseführer  – in den letzten Jahren konnten wir tausende Menschen für Peru begeistern und ihnen bei der Reiseplanung helfen. Stolz sind wir vor allem über unsere Reise-Community bei Facebook, wo sich inzwischen über 2.000 Mitglieder über ihre Reisen austauschen. Mit dem Kauf unseres Reiseführers (Taschenbuch oder E-Book) erhältst auch du den Zugang zu unserer exklusiven Gruppe bei Facebook.


Neue Reiseziele entdecken: Mit der vierten Auflage von QUER DURCH PERU erweitern wir unsere Reiseziele um Oxapampa, Villa Rica, Pozuzo und Pucallpa.

 

Oxapampa: Das perfekte Reiseziel für Naturliebhaber …

Oxapampa liegt in der gleichnamigen Region Oxapampa auf ca. 1.800 Höhenmetern. Das Klima ist geprägt von tropisch warmen Temperaturen, die Nächte können aufgrund der Höhe relativ kühl ausfallen. Typisch für die Lage im Bergregenwald (Übergangszone zwischen Anden und Regenwald) sind ganzjährige Regenfälle, die in den Monaten Dezember bis April zunehmen. Dank der vielen Niederschläge ist die Region von üppigen Wäldern und einer sagenhaften Pflanzenwelt geprägt. Wer Natur liebt und Lust auf Wanderungen im Bergregenwald hat, ist in Oxapampa genau richtig.

 

Direkt vor der Haustür liegt der Nationalpark Yanachaga-Chemillén. Der 1220 km² ha große Nationalpark lädt zu diversen Wandertouren ein. Der Höhenunterschied von 460 und 3.640 m ist Grund, warum es hier so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt. 

 

 

… und Ornithologen

Nach Oxapampa zieht es ebenfalls Ornithologen, also Menschen, die sich für Vögel interessieren und die die endemischen Arten der Region sehen möchten. In den Nebelwäldern Oxapampas lebt auch der peruanische Nationalvogel, der Gallito de las Rocas. Endemisch ist dieser Vogel zwar nicht – der rote Andenfelsenhahn lebt auch in anderen südamerikanischen Ländern – aber ihn zu beobachten, ist schon ein einmaliges Erlebnis.

 

 

Neben dem Nationalpark Yanachaga-Chemillén gibt es übrigens noch mehrere privat geführte Naturschutzgebiete, sog. ACPs. In unserem aktualisierten Reiseführer stellen wir dir die Schutzgebiete “Bosque de Churumazú”, “El Palmeral” sowie die Ökolodge “Ulcumano” näher vor. 

 

Baden in tropischen Wasserfällen

Stell dir vor, du wanderst durch feucht-heißen Regenwald, dich umgeben Urwaldgeräusche, prachtvolle Schmetterlinge flattern an dir vorbei, und dann stehst du vor einem Wasserfall, dessen Wasser angenehm kühl und klar ist. Dort wo Wälder das Wasser speichern und wieder freigeben, gibt es auch viele, kleine und große Wasserfälle. Einer der bekanntesten der Region heißt “El Tigre”. Dieser Wasserfall liegt 18 km außerhalb von Oxapampa und lässt sich leicht mit dem Mototaxi erkunden. 

 

 

¡Que viva la música!

Wie eingangs erwähnt, findet in Oxapampa jedes Jahr im Juni ein Musikfestival statt. Die Rede ist vom “Selvámonos”, dem größten alternativen Musikfestival Perus. Zahlreiche nationale wie auch internationale Bands treten hier auf, zu hören sind u.a. Cumbia, Rock sowie Singer & Songwriter. Kunstausstellungen, Volkstänze, Theateraufführungen sowie eine einmalige, tropische Bergkulisse runden die Stimmung bei diesem Festival ab. 

 

Auf den Spuren deutsch-österreichischer Einwanderer 

Wer Oxapampa mit dem Bus erreicht, wird nicht schlecht gucken, wenn er auf diversen Schildern “Gasthaus Carolina Egg”, “Vater Otto”, “ oder “Herzlich Willkommen” liest. Auch das Betreten eines Souvenir-Ladens kann Verwunderung in einem auslösen. Da gibt es tatsächlich Schaufensterpuppen, die Dirndl tragen, Porzellantassen mit aufgedruckten Brezeln oder T-Shirts, auf denen steht: “Ich liebe Bier”. Jawohl, man könnte meinen, man stehe plötzlich in Tirol oder Bayern, aber nein, man ist immer noch mitten in Peru.

 

 

Noch kurioser wird es, wenn man zwei Stunden nördlich nach Pozuzo reist. Das ist der Ort, wo sich im 19. Jh. erstmals deutsch-österreichische Auswanderer niederlaßen. Diese befanden sich 1857 in einer Notsituation: Industrialisierung, hohe Steuern, Schulden und Hunger machten vielen Menschen in Europa zu schaffen. Hoffnung versprach der hessische Forscher Damian Freiherr von Schütz-Holzhausen: Er hatte mit der peruanischen Regierung vereinbart, im Laufe von sechs Jahren 10.000 deutsche Bauern katholischen Glaubens im peruanischen Urwald anzusiedeln. Sie sollten als landwirtschaftliche Fachkräfte den Regenwald östlich der Anden erschließen sowie eine Eisenbahnlinie von Lima über die Anden in den Dschungel bauen. In Deutschland fand der Plan nur wenig Zustimmung. Denn wer zu dieser Zeit einmal nach Südamerika ins Ungewisse aufbrach, der kam vermutlich auch nicht wieder zurück. So wurden neben 120 Rheinländern auch 180 Tiroler aus Österreich angeworben. 

 

Die Tiroler und Rheinländer, die 1857 die lange Reise nach Pozuzo unter der Führung von Pfarrer Joseph Egg antraten, wurden bei ihrer Ankunft in Peru bitter enttäuscht. Nach einer viermonatigen Schiffsreise und einem schwierigen Marsch über die Anden nach Cerro de Pasco mussten sie dort feststellen, dass die peruanische Regierung den versprochenen Pfad nach Pozuzo nicht gebaut hatte. Von den ursprünglichen 300 Siedlern kamen nur rund 170 Menschen in Pozuzo an. Manche verstarben auf dem Weg, einige blieben in Lima, andere suchten ihr Glück als Arbeiter in einer der vielen Minen Perus. Zwei Jahre brauchten die übrigen Siedler, um sich durch den dichten Dschungel zu kämpfen, Brücken über Flüsse zu bauen, und Wege zu ebnen. Doch als sie 1859 endlich Pozuzo erreichten, waren sie begeistert über ihr neues Paradies:  „Es schaut aus wie in Tirol“, sollen sie gesagt haben, „sogar der Fluss schaut aus wie der Inn. Ganz so wiä dahoam!“ Oxapampa wurden später, im Jahr 1891 von den Kolonisten gegründet. 

 

Eine wahre Entdeckungsreise!

Um ehrlich zu sein, hätten wir nicht damit gerechnet, dass uns die Geschichte der deutsch-österreichischen Einwanderer so sehr faszinieren und gleichzeitig so bewegen würde. Mit jedem neuen Reistag wollten wir mehr erfahren über die Auswanderer, über ihre Motive und ihr damaliges Leben. Da kam es uns besonders recht, dass wir In Oxapampa und Pozuzo die Möglichkeit hatten, mit Nachfahren der Einwanderer zu sprechen. Diese sind stolz auf ihre Familiengeschichte und freuen sich daher besonders, wenn deutschsprachige Besucher vorbeischauen. 

 

 

Generell sind ausländische Reisende in Oxapampa eine Seltenheit. Stattdessen trifft man auf peruanische Schulklassen und vorrangig Besucher aus Lima, für die bayerische Folklore-Musik, Volkstänze mit Dirndl und Lederhose sowie Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln eben etwas ganz besonderes ist.

 

Neue Reiseziele in unserem Reiseführer

Wenn du eine Reise nach Oxapampa planst oder wir dich für die Stadt in Zentralperu begeistern konnten, dann kommt die vierte Auflage von unserem Reiseführer QUER DURCH PERU genau richtig. Wir beschreiben die neue Reiseroute von Lima über Villa Rica, Oxapampa und Pozuzo bis nach Pucallpa, geben Tipps für Ausflüge in die Umgebung und teilen unsere besten Übernachtungs- sowie Restauranttipps. 


Weitere Reiseinspirationen, Ausflugsziele, Routen und Planungs-Tipps für deinen Peru-Trip findest du in unserem individuellen Reiseführer QUER DURCH PERU.


Wer da schreibt? 

Hola! Ich bin’s Nora, Mitgründerin von QUER DURCH PERU. Ohne Ceviche, Höhenluft und Cumbia-Klänge kann ich nicht mehr leben. Auf unserer Seite teile ich mit dir meine Reisetipps für Peru!


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3 Kommentare
  • Posted at 5:48 pm, Februar 26, 2020

    Liebe Nora,

    vielen Dank für deinen ersten Beitrag zu der zentralen Region von Peru! Diese ist unter europäischen Touristen noch kaum bekannt, hat aber gerade für Naturliebhaber viel zu bieten. Z. B. in der Beobachtung von Vögeln, etc.. Z. Zt. habe ich gerade Besuch von zwei deutschen Botaniker und Vogel Liebhabern, die auf unseren kleinen Familienbesitz außerhalb von Oxapampa, sehr viele verschiedene Vogelarten registrierten.

    Ich kam 2004 als Mitarbeiter des Deutschen Entwicklungsdienstes in die Region von Oxapampa und arbeite in den Pufferzonen des hiesigen Nationalpark Yanachaga – Chemillén als Berater für agro – forstliche Systeme im Kaffee und Kakao Anbau. In dieser Zeit war Eduardo de la Cadenas, den Ihr auf euren Besuch in Oxapampa, in seiner „Uculmando Lodge“ kennen lerntet, der Chef des Nationalparkes.Wir hoffen das in euren Guide „Quer durch Peru“ und web-site, es zu weiteren Berichten über die „Selva Central de Perú“ noch kommen wird!

    Saludos de Oxapampa,

    Joachim.

    • Anne
      Antworten
      Posted at 11:36 am, März 9, 2020

      Wir lieben Oxapampa und wären gerne länger geblieben – hoffentlich beim nächsten Mal. 🙂

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