10 Dinge, an die du dich in Peru erstmal gewöhnen musst

Andere Länder, andere Sitten. Soviel ist klar, in Peru laufen manche Dinge einfach anders als in Deutschland. Es gab schon so manche Situation, da mussten wir einfach den Kopf schütteln. Über bürokratische Hürden, komische Geschmäcker oder eigensinnige Sitten. Wir haben beide mehrere Jahre in Peru gelebt und haben das Gefühl, eigentlich kann uns dort nicht mehr viel überraschen. Doch bei jeder neuen Peru-Reise werden wir eines Besseren belehrt. Aber „normal“ wäre doch auch langweilig, oder?

 

In unserem Reiseführer QUER DURCH PERU findest du übrigens viele weitere Hintergrund-Infos zu Land und Leuten, Gesellschaft und Mentalität.

 

In unserem Artikel wollen wir dir einen kleinen Einblick geben in den verrückten Alltag Perus und dir so mache Dinge zeigen, an die wir uns erst einmal gewöhnen mussten. Also Vorhang auf für die Absurditäten im schönsten Land Lateinamerikas.

 

Funkensprühende Steckdosen und Stromschläge aus der Dusche

 

Wer in Peru ankommt und im Hostel sein Ladegerät in die wackelige Steckdose in der Wand steckt, der wird hier und dort mit einem kleinen Feuerwerk begrüßt. Was jetzt erstmal witzig klingt, ist vermutlich gar nicht so ungefährlich. Viele Steckdosen sitzen entweder sehr locker in der Wand, oder sind zumindest augenscheinlich steinalt. Ebenso die Duschvorrichtungen in so manchen Unterkünften. Warmes Wasser gibt es häufig durch einen Erhitzer, der manuell angeschaltet werden muss, entweder neben der Dusche oder direkt am Duschkopf. Auch dieser verteilt gerne mal kleine Stromschläge, also sollten sich vor allem große Personen davor in Acht nehmen.

 

Einsteigen und Aussteigen in Combis und Colectivos

 

„Sube Sube Sube! … DALE! … Baja Esquina!“ – wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Peru unterwegs ist, ist meistens ziemlich begeistert, denn hier läuft es so ganz anders an in Deutschland. Lauter Reggaeton dröhnt durch das Colectivo, während der „Cobrador“ (der Kontrolleur) dem Fahrer („Chofer“) zuruft, wenn jemand ein- oder aussteigen will. Für uns ist das immer Peru in Reinkultur. Laut, manchmal ein bisschen dreckig, spontan und chaotisch aber auch ehrlich und lustig – ein echtes Abenteuer eben! Wer sich dann wieder in den todstillen Bus in Deutschland setzt, der vermisst die Reggaetonbässe und das klappern der Combis geradezu. 

 

Shampoo kaufen in einer Farmacia – ein Logistik-Aufwand ohne gleichen

 

Wer denkt, dass in Deutschland manches viel zu kompliziert geregelt ist, der hat noch kein Shampoo bei einer Farmacia gekauft. Übrigens kann das auch jedes andere Produkt sein, was man bei einer der großen Apotheken-Ketten wie Inkafarma und Co kauft. Wer jetzt denkt „Ich schnappe mir ein Shampoo und gehe damit zur Kasse“, dem können wir nur müde zulächeln. Nein, amigo, so schnell kommt hier keiner raus. Zum Einkauf in einer dieser größeren Ketten braucht es nämlich sage und schreibe 3 Schritte:

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Schritt 1: In Schlange anstellen und wenn man dran ist, das Shampoo der Wahl bei Person Nr. 1 bestellen. Schritt 2: Dann bekommt man eine Art Wartemarke in die Hand gedrückt und reiht sich in die Kassenschlange ein. An der Kasse gibt man die Marke der Person Nr 2 und bezahlt für seinen Einkauf. Schritt 3: Mit dem Kassenzettel geht es nun zu Person Nr. 3, bei der man unter Vorzeigen des Kassenzettels sein Shampoo ausgehändigt bekommt. Also lieber direkt mehrfach überlegen, ob man beim Einkauf auch nichts vergessen hat, dieses Prozedere möchte man nach Möglichkeit nur einmal durchmachen.

 

Mañana, mañana oder „la hora peruana“

 

Ganz anders sehen es die Peruaner, was Absprachen oder Uhrzeiten angeht. Es gehört quasi zum guten Ton mindestens ein paar Minuten zu spät zu kommen, besser aber noch eine Stunde später. Das ist keineswegs böse gemeint, sondern einfach Teil der Kultur. Achtung bei Touren und Ausflügen: Im Tourismusbereich reißen sich die Peruaner übrigens zusammen und sind ausgesprochen pünktlich da.

 

Café con leche oder besser gesagt „leche con café“

 

Wer in Peru einen Café con leche bestellt, der staunt nicht schlecht, wenn dann nur eine Tasse warme Milch und ein ominöses kleines Kännchen vor einem steht. Milch mit Milch? Nee, in der kleinen winzigen Tasse wartet der Kaffee, meist eher Espresso-artig, der dann zur Milch hinzugekippt wird. Übrigens ist frisch gemalener und gebrühter Kaffee auch nicht so eine Selbstverständlichkeit, wie man in einem südamerikanischen Land meinen sollte. Leider gibt es manchmal Instant-Kaffee, der dann mit Wasser angerührt wird.

 

Hupen – die Allround-Möglichkeit der Kommunikation auf peruanischen Straßen

 

Hupen ist, anders als in Deutschland, selten eine Form der Beschwerde in Peru. „Achtung, ich komme“, „Fahr du zuerst“, „Bitte einsteigen, Taxi ist frei“, „Hallo Nachbar, wie gehts?“ und noch so viel mehr kann eine simple Hupe ausdrücken. Dementsprechend muss man sich auch als Nicht-Autofahrer an die reguläre Lautstärke auf peruanischen Straßen gewöhnen – aber keine Sorge, das geht ganz automatisch. 

 

El trafico de lima que molesta! #trafico #traficoperu #igersperu #transporteublico #lima #instalima #aviacion

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Der Autoscooter von nebenan

 

Apropos Lärm auf der Straße: Manche Autos, vor allem Taxis, machen ein extrem lustiges Geräusch, wenn sie rückwärts fahren. Es wird automatisch eine nervtötende Melodie abgespielt, die sich wie ein Autoscooter aus den 90er Jahren anhört. Besonders schön ist das nachts, wenn man schlafen möchte 😉

 

Wenn man plötzlich „Mami“ ist

 

„Lleva Mami, hay palta, hay mango, hay …“ rufen einem die Marktfrauen zu und preisen ihre Produkte an. Mami? Instinktiv guckt man sich um, aber da ist sonst niemand. Nein, du bist nicht plötzlich „Mami“ oder „Papi“ geworden ohne davon zu wissen. In Peru werden besonders in den andinen Regionen die Worte „Mami“ und „Papi“ verwendet um einen anzusprechen, ähnlich wie „amigo“ oder „amiga“.

 

Peruanisches Essen mit „eigensinnigem Geschmack“

 

Die peruanische Küche gilt als eine der besten der Welt. Aufgrund seiner hervorragenden Gerichte ist Peru nun schon jahrelang die Weltbeste „kulinarische Destination“ und hat dafür schon etliche Preise gewonnen. Dennoch gibt es hier und da Geschmäcker und Dinge, an die man sich gewöhnen muss. Abgesehen natürlich vom Klischee Meerschweinchen zu essen, gibt es noch eine Reihe anderer, für uns etwas befremdliche Angewohnheiten. Zum Beispiel Hühnerfüße zu essen. Vor allem als Vegetarier ist das schon eine echte Herausforderung, wenn die peruanischen Freunde am Tisch genüsslich am Hühnerfuss knabbern…. Und die Merkwürdigkeiten machen auch bei den Getränken nicht halt: Das allseits beliebte und absolut köstliche Nationalgetränk Pisco Sour enthält schließlich schaumig geschlagenes, rohes Eiweiß. Doch auch für uns normale Lebensmittel schmecken in Peru irgendwie anders. Jeder, der Senf oder Mayo in Peru gegessen hat, wird das bestätigen können.

 

Wenn der Kindergeburtstag plötzlich zum Junggesellenabschied wird

 

Kindergeburtstage sind in Peru ein RIESENDING. Egal wie klein das Kind noch ist, es muss auf jeden Fall mit einer riesigen Party gefeiert werden. Da greifen die Peruaner auch gerne tief in die Tasche. Meistens haben die Partys ein Thema, z.B. „Pokemón“ oder „Frozen“, je nach aktuellem Trend. Und alles, ja absolut alles ist nach diesem Motto ausgerichtet, von der Tischdecke über die Pappmarche-Figuren an der Wand, bis auf die Popcornbecherchen und Geschenke-Tüten für die Gäste. Doch das eigentlich spektakuläre sind für uns persönlich die Kinder-Animationsdamen, die dazu da sind, mit den Kindern zu tanzen und für gute Stimmung zu sorgen. Da fällt so manchem Deutschen (und dafür muss man nichtmal überdurchschnittlich prüde sein) wirklich die Kinnlade runter. Solche Mädels findet man in Deutschland eher auf einem Jungesellenabschied.

 

 


Du merkst, dass an dem Spruch „Andere Länder, andere Sitten“ irgendwie durchaus ein wenig was dran ist. Welcher Erfahrungen hast du in Peru gemacht und woran musstest du dich zuerst einmal gewöhnen?

Mehr zum Thema peruanische Mentalität und Anekdoten aus dem Alltag in Peru findest du in unserem Reiseführer QUER DURCH PERU.

 

 


 

QUER DURCH PERU wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung von:
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2 Comments
  • Lydia Scherer
    Antworten
    Posted at 10:06 am, April 30, 2017

    Vielen Dank für den schönen Artikel! Ich komme grade von meinem Peru-Urlaub zurück und musste nicht nur einmal laut lachen, als ich den Artikel durchgelesen habe. Genauso ist es! 🙂

  • Michael Schulze
    Antworten
    Posted at 10:48 am, Mai 21, 2017

    Wir sind gerade aus Peru und Equador zurück. Obwohl es eine geführte Reise war, hat sie uns viel Spass gemacht. Auch verstand es unser Reiseleiter, ein gebürtiger Peruaner, sehr gut, uns Land und Leute näher zu bringen. Da hatte uns bereits im Vorfeld euer Reiseführer gute Dienste geleistet. Doch mit dem Verkehr in Lima konnten wir uns nicht anfreunden. Ansonsten, ein spannendes Land! Dem Rest eures Beitrages können wir nur zustimmen!
    Vielleicht schaffen wir es noch einmal nach Peru!

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