Mit dem Mietwagen durch Peru – Ist das was für mich? Unsere Tipps für einen Roadtrip durch Peru

Heute hier, morgen dort, abseits der Touristenmassen eintauchen können in das authentische Peru, an den schönsten Aussichtspunkten anhalten oder die Freiheit auf den Serpentinenstraßen der Anden spüren – klingt einfach traumhaft, oder? Wer eine Reise der anderen Art erleben möchte, der mietet sich einen Mietwagen in Peru. Doch ist das nicht gefährlich? Und wie sind die Straßenverhältnisse im Land der Inkas? Dieser Artikel soll dir dabei helfen zu entscheiden, ob ein Mietwagen auch für dich die perfekte Transportmöglichkeit durch Peru ist.


Hinter QUER DURCH PERU steht kein großer Verlag, sondern zwei verrückte Menschen, die Peru lieben und leben. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Reisenden ist uns sehr wichtig, darum haben wir eine große Reise-Community bei Facebook aufgebaut. Hol‘ dir noch heute unser Taschenbuch oder das E-Book und sichere dir den Zugang zu unserer exklusiven Reise-Community bei Facebook!


Das Thema Mietwagen wird auch für Peru immer beliebter und in unserer QUER DURCH PERU – Community auf Facebook tauschen sich immer mehr Reisende über ihre Erfahrungen mit dem Mietwagen in Peru aus. Darum soll dieser Artikel als Ressourcen-Artikel dienen, das heißt, wir möchten ihn laufend erweitern und mit neuen Tipps und Infos updaten. Daher freuen wir uns auch, wenn du uns einen Kommentar mit deinen Fragen oder Erfahrungen da lässt, damit noch viele weitere Reisende davon profitieren können.

 

Eine Reise mit dem Mietwagen durch Peru ist für dich das Richtige wenn du …

 

… Flexibilität liebst.

 

Die Nummer 1 unter den Argumenten für eine Reise mit dem Mietwagen. Du kannst frei entscheiden, wann und zu welcher Uhrzeit du weiterfährst, wo du anhältst oder wie lange du dort bleibst. Ein hübscher Aussichtspunkt, ein spektakulärer Wasserfall oder ein nettes Restaurant? Mit dem Mietwagen entscheidest du selbst, ob du anhältst oder nicht. Von den Hauptstraßen kannst du links und rechts das Landesinnere erkunden und kleine Dörfer kennen lernen, wo sonst selten jemand hinkommt. Oder aber du kannst mit dem Mietwagen einfach Tagestouren aus der Stadt in die Natur oder zu archäologischen Stätten machen, ohne mehrfach mit dem Kombi, Micro oder Taxi umsteigen zu müssen.

 

 

… genug Zeit hast.

 

Seien wir ehrlich: Was nützt die Flexibilität, wenn man nachher doch nur im Fahrzeug sitzt und keine Zeit hat, das Land richtig kennenzulernen? Daher empfehlen wir jedem Selbstfahrer, genügend Zeit für seine Reise mit dem Mietwagen einzuplanen. Peru ist ein wahnsinnig großes Land und manche Strecken und Etappen sind zäh und ziehen sich hunderte von Kilometern durch das Land. Oftmals sind die Straßen zwar von sehr guter Qualität, doch kurvige Serpentinen oder viel Verkehr lassen dich nur langsam vorankommen. Wenn du innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen mehrere tausend Kilometer abfährt, bist du am Ende nicht nur völlig k.o., sondern hast auch viel Geld für Benzin verbrannt und das Land nur oberflächlich kennengelernt. Daher raten wir dir dringend dazu je nach Route genügend Zeit einzuplanen. Für alle, die einen etwas engeren Zeitplan haben, lohnt sich eventuell eine Teilstrecke mit dem Mietwagen zurückzulegen, z. B. Arequipa – Cola Canyon – Arequipa (aber Achtung mit Einweg-Mieten, siehe unsere Tipps weiter unten).

 

 

… als Paar oder mit Freunden reist.

 

Was gibt es schöneres als ein Roadtrip mit Freunden? Wenn du mit deinem Partner oder Freunden gemeinsam reist, dann bietet sich eine Reise im Mietwagen gut an. Zum einen könnt ihr euch die Kosten für die Miete und das Benzin teilen, und zum anderen könnt ihr euch beim Fahren abwechseln. So könnt ihr auch mal eine längere Etappe fahren und zwischendurch tauschen.

 

 

… neue Abenteuer erleben willst.

 

„Meine letzte Reise war ein Roadtrip quer durch Peru“, wer so einen Satz sagt, der hat was zu erzählen, oder? 😉 Schon eine „normale“ Reise nach Peru ist ein kleines Abenteuer. Wer jedoch im Mietwagen durch die verschiedenen Landschaftszonen Perus fährt, der kann sicher sein, dass er mit jeder Menge Anekdoten und Erinnerungen nach Hause fliegt. Denn wer sich in Lima einen Mietwagen leiht und von dort an der Küste entlang und dann ins Landesinnere fährt, der wird nicht nur zahlreiche unterschiedliche Klimazonen und Landschaften sehen, sondern auch Flora und Fauna aus nächster Nähe sehen. Am Pazifik weht dir die salzige Meeresbrise durch das Autofenster, auf der staubigen Panamericana wechseln sich Busse mit Mototaxis ab, im Landesinneren fährst du durch grüne Täler bis die Anden immer höher werden und du dich auf den kurvigen Serpentinenstraßen wiederfindest. Wir sind uns sicher, dass du noch Jahre von dem Alpakas und Lamas auf den Feldern, den Eselskarren und lauten Mototaxis, den verrückten Colectivo-Fahrern und den Menschen am Straßenrand berichten wirst. Schon beim Lesen ergreift einen die Reiselust, oder?

 

 

… dich von der guten Infrastruktur Perus überzeugen lassen willst

 

Eine der wichtigsten Fragen zur Reise mit Mietwagen lautet: Wie gefährlich ist es auf Perus Straßen? Und wie gut sind die Straßen überhaupt ausgebaut? Wir können dich beruhigen: In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde viel Geld in den Ausbau der Straßen und Verbesserung der Infrastruktur gesteckt. Was vor wenigen Jahren nur eine schotterige, kurvige Landstraße war, ist heute glatter, gut befahrbarer Asphalt. Natürlich können wir nicht für ganz Peru sprechen, dafür ist das Land einfach zu groß. Doch oftmals waren wir sehr überrascht, in welch guter Qualität Perus Straßen sind und wie schlecht wir die Straßenverhältnisse im Vorfeld erwartet hatten. Durch die manchmal extremen Witterungsbedingungen können Straßen jedoch auch mal kurzfristig aufreißen, auswaschen oder durch Erdrutsche nicht befahrbar sein. Die Peruaner sind meistens sehr fix, den Straßenzustand wieder herzustellen. Bei starken Regenfällen solltest du dich immer vor Ort nach der Straßensituation erkundigen und kein Risiko eingehen. Auf den „normalen“ Routen wirst du definitiv kein Allrad benötigen. Solltest du dich jedoch auch tendenziell eher Offroad bewegen wollen, empfehlen wir dir dich vor Ort in der Unterkunft oder bei den Einheimischen nach den Straßenverhältnissen zu erkundigen. 

Damit du deinen Roadtrip durch Peru in vollen Zügen genießen kannst, möchten wir dir hier im Anschluss noch ein paar Tipps an die Hand geben, die wir laufend erweitern wollen.

 

 

Unsere Tipps für einen gelungenen Roadtrip durch Peru

 

Teure One-Way Gebühren vermeiden

Wie überall auf der Welt sind Einweg-Mieten sehr teuer. Um Kosten zu sparen, raten wir dir also davon ab dir beispielsweise in Lima ein Auto zu mieten, welches du in Cusco wieder abgibst. Das kann unter Umständen einen hohen Aufpreis haben. Wähle deine Reiseroute also möglichst so, dass Start- und Zielort der selbe sind.

 

Kleinen Grundwortschatz Spanisch lernen

Es schadet sicherlich nicht, einige Brocken Spanisch zu lernen. Du wirst sicherlich mehr als einmal nach dem Weg fragen oder dich nach den Straßenverhältnissen erkundigen. Im Falle eines Notfalls, Unfalls oder einer Panne ist Spanisch natürlich ebenfalls besonders wichtig. Daher raten wir dir, dir eine kleine Liste mit „Auto-spezifischen“ Vokabeln anzulegen, wenn es im Fall der Fälle mit der Kommunikation schnell gehen muss.

 

Mehrere Fahrer eintragen lassen

Im schlimmsten Fall kosten zusätzliche Fahrer einen kleinen Aufpreis, wir denken allerdings, das ist es auf jeden Fall wert! Wir wollen hier noch mal betonen das Peru ein wirklich großes Land ist und du für die Strecken unter Umständen mehr Zeit benötigst, als du es aus Deutschland gewohnt bist. Daher solltet ihr euch beim Fahren unbedingt abwechseln, sodass sich jeder einmal ausruhen kann und auf dem Beifahrersitz die Landschaft genießen kann.

 

Clevere Rollenverteilung: Fahrer und Navigator

Besonders in großen Städten wie Lima, Arequipa, Trujillo, Cusco, Puno etc. ist es hilfreich, wenn sich der Fahrer wirklich nur auf die Straße konzentrieren muss. Der Beifahrer sollte die Navigation übernehmen und dafür sorgen, dass Auto mit Insassen auf dem richtigen Weg ist. Das erspart dem Fahrer nicht nur Nerven, sondern sorgt auch für deutlich mehr Sicherheit, denn ja, der Verkehr in Perus Großstädten ist wirklich verrückt und manchmal muss man schnell reagieren.

 

Sicher parken: Unterkünfte mit Garage suchen

Achte darauf, dass das Fahrzeug in der Nacht an einem sicheren Ort steht. Leider muss mit Einbrüchen oder Diebstählen gerechnet werden und es ist sehr sinnvoll, wenn die Unterkunft einen sicheren Ort zum Parken des Autos bereitstellt. Daher erkundige dich vorher bei deiner Unterkunft, wo du dein Auto sicher parken kannst und ob eine Garage oder ein bewachter Parkplatz zur Verfügung steht. Besonders in Großstädten solltest du darauf wirklich nicht verzichten.

 

 

Ein internationaler Führerschein ist nicht nötig

In vielen Ländern ist es nötig einen internationalen Führerschein zu besitzen, um ein Auto fahren zu dürfen. In Peru reicht es, wenn du deinen heimischen Führerschein dabei hast und jeder Zeit vorzeigen kannst. Aber Achtung: Dies gilt nur für Touristen (bzw. Reisende mit Touristenvisum). Solltest du eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung besitzen, benötigst du einen internationalen Führerschein.

 

Außerorts immer das Licht anschalten

Einige Leser haben uns bereits berichtet, dass die Polizei sie wegen ihrem Licht angehalten hat. In Peru gilt die Regel, dass man außerhalb von Städten sein Licht immer angeschaltet haben sollte, auch tagsüber. Gerade auf vielbefahrenen Strecken von Ausländern (z.B. die Panamericana), wittert die Polizei ein gutes Geschäft und es drohen hohe Geldbußen! Also lieber immer das Licht eingeschaltet lassen.

 

Rechts vor Links? Fehlanzeige.

Wir wollen dir nichts vormachen. Der Straßenverkehr in Peru folgt seinen eigenen Regeln (oder gibt es diese überhaupt dort?;)). Rechts vor Links scheint hier zum Beispiel überhaupt nicht zu existieren und auch so gilt meist das Recht des „Stärkeren“ bzw. „Schnelleren“. Die Hupe wird hier sehr universell eingesetzt und kann alles bedeuten von „Achtung, hier komme ich“ (an Straßenecken oder Kreuzungen) bis zu „Hallo Nachbar“. Wir empfehlen dir hier besonders passiv zu fahren und nicht auf dein Recht zu pochen, dies gilt besonders für Städte.

 

Gutes Benzin tanken zahlt sich aus

Wie auch in anderen Ländern wird das Benzin leider manchmal gepanscht und es kann zu Verunreinigungen des Motors kommen, wenn du qualitativ niedrigen Kraftstoff tankst. Wir haben daher den Tipp bekommen, Sprit am Besten bei renommierten Tankstellen zu tanken, wie z.B.  Primax, Repsol oder Petro Peru.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Mietwagen in Peru? Teile deine Erfahrungen als Kommentar und hilf’ uns den Artikel mit nützlichen Informationen zu erweitern – gracias! 🙂


Weitere Reiseinspirationen, Ausflugsziele, Routen und Planungs-Tipps für deinen Peru-Trip findest du in unserem individuellen Reiseführer QUER DURCH PERU!

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Wer da schreibt? 

Hola! Ich bin Anne, Mitgründerin von QUER DURCH PERU. 2011 bin ich zum ersten Mal nach Peru gereist: Geplant waren 6 Monate, daraus wurden 2 Jahre. Seitdem zieht es mich regelmäßig in das schönste Land der Welt.


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1 Kommentar
  • Christoph Eingartner
    Antworten
    Posted at 11:55 am, Juni 3, 2018

    Ein paar Tipps von unserer Seite …

    Eine Mietwagenrundreise in Peru geht ohne Weiteres, es gibt keinen Grund, vor irgend etwas Angst zu haben. Freilich ist der Verkehr gewöhnungsbedürftig, die Entfernungen sind groß, die Straßen erlauben kein schnelles Fortkommen.

    Bei keiner anderen Art zu reisen ist man so frei, kann so unabhängig seinen eigenen Rhythmus finden, den eigenen Weg gehen, dort stehenbleiben, staunen, fotografieren, wo man stehenbleiben, staunen und fotografieren will. Auch Planänderungen lassen sich rasch verwirklichen, die Freiheit ist sicher am allergrößten.

    Andererseits darf man nicht unterschätzen, wie viel Zeit man doch im Auto verbringt. Nachtfahrten sind aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen, so dass man viele Stunden des Tages im Auto sitzt. Da ist an der einen oder anderen Stelle ein Nachtbus zeitökonomischer, zumal es nicht immer wirklich viel zu sehen gibt und manche Streckenabschnitte durchaus monoton sind.

    Ein paar Tipps, zumindest für uns hat sich das bewährt:

    – Besser ein größeres Auto als ein kleineres wählen. Billig ist das mit dem Mietwagen ohnedies nicht, und dann sollte man nicht geizen und das kleinste Auto wählen. Es ist nicht nur eine Frage des Komforts, ein paar Extra-PS können nicht schaden bei den vielen Überholvorgängen, die man zwangsläufig zu absolvieren hat. Auch gibt es viele Steigungen, und es ist durchaus so, dass bei dünner Höhenluft die Motoren ein wenig außer Atem kommen und weniger Power auf die Piste bringen.
    – Am besten ist es, wenn man schon ein wenig Erfahrung mit Straßenverkehr ins weniger entwickelten Ländern mitbringt. Die von zu Hause bekannten Regeln gelten im Zweifelsfalle nicht. Das Recht des Stärkeren ist die wichtigste Grundregel, andererseits muss man sich auch als „Kleiner“ behaupten. Hier gilt es, die rechte Balance zu finden.
    – Die Polizei, Dein Freund und Helfer?? Nun ja, vielleicht auch, aber grundsätzlich ist die Polizei eher korrupt. Der einzige „Überfall“, den wir erlebten, war durch die Polizei. Mit der dreisten Behauptung, wir hätten das Licht nicht angehabt (das ist nämlich Pflicht auf der Panamericana, auch tagsüber!), wollte man uns erst mit einer ordentlichen Strafe belegen, letztlich kamen wir dann, mit Freundlichkeit und etwas Geschick, mit 100 Soles ohne Quittung davon.
    – Benzin heißt Gasohol und kommt in unterschiedlichen Oktanzahlen, wie auch bei uns, aber das 95er Benzin gibt es an vielen Tankstellen nicht, vor allem gilt das für den ländlichen Bereich – ein gut motorisierter Benziner braucht aber eigentlich mindestens 95 Oktan. Man tut also gut daran, vorausschauend zu tanken.
    Witzigerweise werden die Benzinpreise pro Gallone angegeben, obwohl ansonsten in Peru überall das metrische System gilt. Nicht erschrecken also, wenn 11 Soles aufgerufen werden, dafür gibt es nicht lediglich einen Liter, sondern deren 3,8, das sind also etwa 75 Eurocent pro Liter. Benzin ist damit billig, aber man braucht für die weiten Strecken mit vielen Höhenmetern auch allerhand Sprit.
    – Die Panamerikana ist ein Kapitel für sich. Lange Geraden, Monotonie, dann wieder Kurven und Steigungen, viele schwerbeladene Lastwagen, die untermotorisiert schon bei der kleinsten Steigung aus dem letzten Loch pfeifen, andererseits auf den geraden Strecken durchaus Gummi geben, einander überholen. Das ist manchmal durchaus waghalsig zu nennen, es kommt schon vor, dass einem bei einem eigenen Überholvorgang plötzlich zwei Laster nebeneinander entgegen kommen. Man kommt aber nicht darum herum, auch selbst ständig zu überholen, wenn man vorankommen will, und das will man (muss man) bei den großen Entfernungen. Tempo hundert halten viele nicht ein, wir haben die deutsche Mehrwertsteuer draufgeschlagen, bei Tempo 119 schwimmt man mit den anderen PKWs mit (Verrückte gibt es natürlich immer). Insgesamt ist die Panamericana nichts für schwache Nerven.
    – Die Orientierung ist überhaupt kein Problem. Natürlich bleibt die Beschilderung hinter dem von zuhause gewohnten Standard zurück, aber sie ist letztlich ausreichend. Google Maps (am besten auf einem Tablet) bietet die Möglichkeit, offline-Karten herunterzuladen, so dass man auch unterwegs ohne Internetverbindung sehr gut zurecht kommt. Wenn der Beifahrer ein wenig mitdenkt und mit der Karte mit dabei ist, ist die Orientierung überhaupt kein Problem. In unserer Erfahrung – in Peru und sonstwo – ist das einem gemieteten Navi der Autovermietung absolut vorzuziehen, weil man den größeren räumlichen Zusammenhang auf diese Weise deutlich besser im Blick hat. Nicht immer funktioniert die USB-Stromversorgung in Mietwagen, vielleicht ist es eine gute Idee, ein Powerpack dabei zu haben, damit man nicht auf den letzten Metern vor dem Tagesziel (in der Regel in einer Stadt, in der man die Karte dringend braucht) plötzlich orientierungslos dasteht.
    – Die Zeitkalkulationen von Google Maps stimmen im Zweifelsfalle nicht, man braucht am Ende länger, zumal man ja mal anhalten will, gucken, fotografieren, pinkeln, tanken … das ist ja genau der Vorteil des selbst gewählten Tempos und natürlich damit auch der Nachteil.
    – Stadtverkehr ist ein eigenes Thema. Die Zahl der Spuren ist variabel, abhängig in erster Linie vom Tempo, aber nicht von etwaigen, in der Regel ohnedies verblassten Markierungen. Verkehrsregeln, falls es welche gibt, haben allenfalls den Rang unverbindlicher Empfehlungen, rote Ampeln werden zumindest tagsüber aber weitgehend beachtet. Zumindest herrscht Rechtsverkehr, was es einfacher macht, aber trotzdem kommen ganz rechts, auf dem Seitenstreifen, wieder Fahrzeuge entgegen, Mopeds sowieso, aber auch lokaler Lieferverkehr. Busse, vor allem die kleinen Minibusse, halten oft in der zweiten oder dritten Reihe plötzlich und unvermittelt, am besten, man fährt denen nicht direkt hinterher, sondern wählt eine Spur (???) weiter links. Zwangsläufig fällt man als Ausländer mit einer gewissen Unsicherheit auf, aber das darf einen nicht nervös machen, am Ende wollen auch die anderen Verkehrsteilnehmer keine Kollision. Wer noch nie in Städten in weniger entwickelten Ländern Auto fuhr, hat hier ein am Ende relativ entspanntes Übungsfeld – Indien ist schlimmer.
    – Die Qualität der Straßen ist nicht so schlecht, in der Regel perfekt asphaltiert, auch keine plötzlichen Riesenschlaglöcher. Gefährlich, weil manchmal sehr überraschend, sind geschwindigkeitsreduzierende „bumps“, alsphaltierte oder betonierte quer zur Fahrbahn verlaufende Schwellen, die plötzlich zum Schritttempo zwingen, will man nicht einen gewaltigen Schlag bis hin zur Gefahr des Achsbruchs riskieren. Auch Lastwagen bremsen auf Schritttempo herunter (was manchmal Gelegenheit gibt zu einem unkonventionellen Überholvorgang irgendeines doofen Lasters, dem man schon ewig hinterher fährt).
    – Von Nachtfahrten ist abzuraten, abgesehen von der schwierigeren Orientierung und davon, dass man von der Umgebung nichts sieht. Es sind reichlich unbeleuchtete Fahrzeuge unterwegs, Fußgänger sowieso, das ist schlicht gefährlich. Also: So planen, dass man vor Einbruch der Dunkelheit das nächste Etappenziel erreicht.
    – Einwegmieten: Ein schwieriges (und teures) Kapitel. Letztlich kommt man unserer Meinung nach kaum darum herum. Mit Hertz hat es gut geklappt, es gibt wohl auch einen nationalen Anbieter, bei dem das möglich ist. Für die Einwegmiete gibt es in der Regel saftige Zuschläge, wir haben dafür 800 USD hingelegt. Es ist klar, dass dies für manche das k.O.-Kriterium ist. Im Internet recherchieren, die Dinge ändern sich rasch.
    – Anhalter: Wir haben gelegentlich jemand mitgenommen, vor allem Frauen und Kinder. Das kann durchaus interessant sein, vor allem, wenn man ein wenig Spanisch spricht. In der Regel wollen die Mitfahrer für die Fahrgelegenheit bezahlen, das haben wir immer abgelehnt, aber gerne Naturalien akzeptiert (und genossen).

    Insgesamt kann man das Reisen per Mietwagen durchaus empfehlen. Wir hatten keine negativen Erlebnisse, insbesondere keinerlei Bedrohungen erlebt – das mag es geben, wie überall auf der Welt, aber man sollte sich davon nicht ins Bockshorn jagen lassen. Dagegen steht ein hohes Maß an Selbstbestimmung, welches wir bei Reisen in verschiedenen Ländern immer wieder sehr genießen. Man mag bei Reisen in Bussen mehr Kontakt zu anderen Leuten haben, aber wenn man ehrlich ist, sind das in erster Linie Fellow Traveller, Berührung mit der Bevölkerung hat man bei nächtlichen Fahrten im Überlandbus auch nicht. Hierzu ist es vielleicht besser, gelegentlich im Mietwagen einen Anhalter mitzunehmen. Billig ist das Ganze keinesfalls, aber es eröffnet neue und andere Perspektiven.

    Christoph

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