Freiwilligenarbeit in Cusco

Freiwilligenarbeit in Cusco – Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen

Eine Reise nach Peru – aber mal anders. Vor allem junge Menschen spüren den Drang eine Weile ins Ausland zu gehen, etwas Neues zu entdecken und sich durch Freiwilligenarbeit sozial zu engagieren. Einen Impact zu schaffen. In welcher Form auch immer. Nicht zuletzt deshalb wird das Thema Freiwilligenarbeit in Peru oder auch im Allgemeinen stetig präsenter. Nach der Corona-Zeit vielleicht sogar präsenter denn je. Es hat sich in den letzten Jahren gar eine eigene Reiseart daraus entwickelt: Voluntourismus. Ein Begriff, der meist negativ behaftet ist. Teils zu Recht, teils zu Unrecht. Doch diese Diskussion soll nicht das Thema dieses Beitrags sein, sondern vielmehr Antworten auf diese Fragen zu finden:

 

Wie findet man eigentlich das richtige Freiwilligenprojekt in Peru? Wie geht man sicher, dass dort seriös gearbeitet wird? Und wie lässt sich Freiwilligenarbeit in Peru eigentlich organisieren?

 

Ich möchte dir in diesem Blogbeitrag aus erster Hand von meinen lebensprägenden Erfahrungen mit Freiwilligenarbeit in Cusco zur Förderung sozial benachteiligter Kinder berichten und dir meine persönlichen Tipps und Empfehlungen mit auf den Weg geben.

 

Übrigens: Ich schreibe diesen Beitrag nicht aus Werbezwecken, sondern weil ich wirklich gute Erfahrungen mit den genannten Organisationen gemacht habe und es für mich eine absolute Herzensangelegenheit ist.

 

Über den Dächern Cuscos: Erinnerungen an meine prägenden Erfahrungen als Freiwilligenarbeiterin

 

Meine Erfahrung mit Freiwilligenarbeit in Cusco: Eine Reise fürs Leben

 

Es war die wohl prägendste Erfahrung meines jungen Lebens. Mit zarten 19 Jahren erfüllte ich mir vor einigen Jahren einen langersehnten Traum von einer Reise nach Peru. Als ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine in einem Flugzeug saß, welches in Richtung des mir vollends unbekannten Südamerika flog, wo ich mich in einem sozialen Projekt mit Kindern ungeahnten Herausforderungen stellen sollte, pochte mir das Herz beinahe aus der Brust. Etwas außerhalb des belebten Stadtzentrums von Cusco lebte ich in einer modernen Gastfamilie, die mich am Ankunftstag direkt mit einer Hochzeit in Empfang nahm. Eine Überraschung und ein großes Spektakel zugleich.

 

Nur wenige Tage später ging es für mich mit dem Colectivo erstmals raus aus dem bekannten Teil Cuscos. Gemeinsam mit den anderen Volunteers vom Projekt CooperarPerú, die ich kurz zuvor zum ersten Mal beim Team-Meeting kennengelernt habe, stand ich in einer heruntergekommenen, staubigen und dreckigen Umgebung vor einem verbeulten Schild mit der Aufschrift: Tankarpata. Der Name der Comunidad, in der die Kinder kaum Zugang zu Trinkwasser oder Bildung haben. An jenem Tag erfuhr ich erstmals in meinem Leben, was Armut tatsächlich bedeutet, war geschockt, gerührt, beeindruckt, überfordert zugleich. Ein heftiges Wechselbad der Gefühle, welches sich im Grunde über die gesamten 5 Wochen, die ich bei CooperarPerú verbrachte, durchzog.

 

Ein ganz normaler Tag bei CooperarPerú in Tankarpata: Der Abschlusstanz

 

An drei Nachmittagen in der Woche ging es für mich nach Tankarpata. Zu diesem Zeitpunkt waren so viele Volunteers bei CooperarPerú, dass wir uns die Tage untereinander aufteilten.

 

Ziel von CooperarPerú war und ist es, den Kindern Aufmerksamkeit zu schenken, sie am Leben außerhalb der Straße teilhaben zu lassen oder wertvolle Dinge für ihre Zukunft näherzubringen. Aufgaben, die durch öffentliche Bildung nicht abgedeckt und denen die Eltern häufig nicht selbst gewachsen sind. Sei es aus finanziellen, gesundheitlichen oder sozialen Gründen. Durch das After-School-Programm von CooperarPerú soll genau diese Lücke gefüllt werden.

 

Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit: CooperarPerú schenkt den Kindern in Tankarpata eine Zukunft

 

Wöchentlich überlegten wir Volunteers gemeinsam, welche Projekte wir in der Folgewoche mit den Kindern gemeinsam angehen wollten. Dazu gehörte beispielsweise der menschliche Körper oder Mülltrennung. Außerdem kochten wir mit den Kindern, unterstützten sie bei den Hausaufgaben, spielten und trieben Sport. Zum Abschluss wurde stets getanzt. Das hat nicht nur den Kindern die größte Freude bereitet, sondern auch mir. Ein Ausdruck von Gemeinschaft, Zusammenhalt, Spaß und Lebensfreude. Schnell hatte ich einige von ihnen in mein Herz geschlossen und war überrascht über ihre Offenheit, auch offensichtlich anders aussehenden Menschen wie mir gegenüber. Ein einprägsames Erlebnis war der Kontakt zu einem kleinen Jungen mit Behinderung, für den wir unter anderem Benefizparties veranstalteten, um Geld für Medikamente zu sammeln.

 

Die Arbeit war hart für mich, da ich keinerlei Erfahrung im Umgang mit Kindern in solchen Bedingungen hatte, aber extrem lehrreich und prägend. Im Jahre 2021 habe ich CooperarPerú in Tankarpata erneut besucht und konnte sehen, wie sich das Projekt in 7 Jahren weiterentwickelt hat.

 

Im Nachhinein betrachtet bin ich wirklich dankbar, dass ich mit der Wahl der vermittelnden Organisation Proyecto Peru und des Freiwilligenprojektes CooperarPerú, trotz unerfahrener Herangehensweise, verdammt Glück hatte. Besonders glücklich war ich über meine liebenswerte Gastfamilie, zu der ich noch heute engen Kontakt pflege.

 

Über meine Geschichte, meine Erlebnisse und meine lebensverändernden Erkenntnisse aus dieser Peru Reise, habe ich auch ein Buch geschrieben: Pachamama – Reise ins Unbekannte

 

Proyecto Peru: Volunteering, Gastfamilien & Sprachschule

 

Wie ich auf das Projekt von CooperarPerú gestoßen bin? Durch die Organisation Proyecto Peru, die unweit der Plaza de Armas in Cusco ansässig ist. Proyecto Peru prüft und organisiert Freiwilligenprojekte und Praktika in Cusco jedweder Art, vermittelt die Unterbringung in Gastfamilien und bietet Sprachkurse in Spanisch und sogar Quechua an. Darüber hinaus veranstaltet Proyecto Peru jede Woche gemeinsame Aktivitäten mit Volunteers aus verschiedenen Projekten, wodurch es möglich ist, auch Erfahrungen aus anderen Bereichen mitzubekommen. Wenn du eine unabhängige Organisation und starke Interaktion mit anderen internationalen Reisenden, die sich freiwillig engagieren, und noch dazu Spanisch lernen möchtest, ist ProyectoPerú perfekt für dich.

 

Auch Ausflüge nach Machu Picchu, ins Heilige Tal, an den Titicacasee, an andere bekannte Sehenswürdigkeiten in Peru werden über Proyecto Peru gemeinsam mit gleichgesinnten internationalen Volunteers organisiert.

 

Ich persönlich habe sehr viele temporäre aber auch langfristige Freundschaften über Proyecto Peru geschlossen. Unter anderem habe ich dort auch meinen heutigen Lebenspartner kennengelernt.

 

CooperarPerú: Ein Projekt mit Zukunft

 

Du kannst dir den Weg über eine vermittelnde Organisation wie Proyecto Peru aber auch sparen, wenn du im Vorhinein weißt, in welchem Freiwilligenprojekt du dich engagieren möchtest und dieses für dich im Fokus steht.

 

In den vergangenen Jahren hat Edu, der Leiter von CooperarPerú, sein Herzensprojekt in Tankarpata weiter ausgebaut. Neben der Unterbringung im Hostel Caja Mágica in San Blas in Cusco, wo alle Volunteers nächtigen, die ihre Freiwilligenarbeit in Cusco direkt über CooperarPerú organisiert haben, werden nun auch gemeinsame Ausflüge mit einem starken Fokus auf Kultur und Nachhaltigkeit angeboten, oftmals abseits touristischer Pfade. CooperarPerú engagiert sich mittlerweile auch stark in Naturschutzprojekten und vereint auf beeindruckende Art und Weise soziale Verantwortung für die Kinder in Tankarpata mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.

 

Als Freiwilligenarbeiter*in lebt man in Cusco zwischen den schönen Straßen in San Blas …

 

… und dem teils unschönen Alltag in einem Gebiet, das Tourist*innen nicht kennen

 

3 Tipps, die du für Freiwilligenarbeit in Cusco beachten solltest

 

In Cusco und verteilt in ganz Peru gibt es verschiedenste Arten von Projekten, für dich man sich einsetzen kann. Von sozialen Projekten bis hin zu Umweltschutzprojekten. Ich selbst kann an dieser Stelle nur von meiner Erfahrung mit genanntem sozialem Projekt zur Förderung sozial benachteiligter Kinder in Tankarpata sprechen, aber meine Tipps können für Freiwilligenarbeit in Cusco im Allgemeinen gelten.

 

1. Erwarte nicht, dass Freiwilligenarbeit nichts kostet

 

Das ist vielmehr ein allgemeingültiger Hinweis. Viele Menschen verstehen nicht, wieso sie Geld dafür bezahlen sollen, dass sie vor Ort freiwillig arbeiten. Wofür bezahlt man bei Freiwilligenarbeit eigentlich? Für die Unterbringung, meist sogar die Verpflegung, manchmal für deine Versicherung und für die Aufrechterhaltung bzw. der Weiterentwicklung des gemeinnützigen Zweckes. Es ist also eher zweifelhaft, dass kostenlose Freiwilligenprojekte tatsächlich einen lokalen Impact haben. Wichtig ist, dass das Geld auch dort landet, wo es hingehört und sich niemand daran kommerziell bereichert. Das kann beispielsweise mit dem nächsten Tipp erreicht werden.

 

2. Hole dir Erfahrungswerte ein

 

Dafür gibt es im Prinzip zwei Wege:
1. Recherchiere online nach Erfahrungen mit einer bestimmten Organisation oder trete in Kontakt mit Menschen, die sich dort bereits engagiert haben
2. Wenn du längere Zeit vor Ort bist, besuche vorab mehrere NGOs und Projekte, die thematisch für dich in Frage kommen. mache dir selbst ein Bild und entscheide, für welches dein Herz am stärksten schlägt.

 

3. Bringe Spanisch-Grundkenntnisse mit

 

Die meisten Mitarbeiter*innen in den Organisationen sprechen aufgrund der starken Internationalität in Cusco mittlerweile auch Englisch, aber solltest du mit Menschen in ärmeren Verhältnissen oder Kindern im Allgemeinen arbeiten, ist es definitiv ein großer Vorteil, Spanisch zu sprechen. Die Kommunikation mit Händen und Füßen klappt zwar auch oftmals irgendwie, doch schafft es stärkeres Vertrauen und letztlich auch gemeinschaftlichen Erfolg, wenn man auf Augenhöhe kommunizieren kann. Ganz ehrlich: Könnte ich kein Spanisch, wüsste ich nicht, wie ich meine Arbeit in Tankarpata wertvoll hätte gestalten können. Eine Voraussetzung ist es nicht immer, aber ich empfehle es sehr.

 

Um den interkulturellen Austausch voranzutreiben, bietet Proyecto Peru beispielsweise auch Spanischkurse an.

 

Mit Freiwilligenarbeit in Cusco kannst du beim Reisen einen wichtigen Impact vor Ort schaffen – wenn man sich genau informiert!

 

Kontakte für Freiwilligenarbeit in Cusco im Überblick

 

Proyecto Peru



Der richtige Ansprechpartner, wenn du eine lokale Vermittlung verschiedenster sozialer, medizinischer oder ökologischer Freiwilligenprojekte oder Praktika sowie eine Unterbringung in einer Gastfamilie und Spanisch- und Quechua-Sprachkurse in einem suchst. Ich persönlich kann ProyectoPerú uneingeschränkt empfehlen.

Hier findest du mehr Infos zu Proyecto Peru: https://proyectoperucentre.org/

 

CooperarPerú

 

Wenn du bereits nach dem Lesen dieses Beitrags weißt, dass du dich auch für die Kinder in Tankarpata einsetzen möchtest, dann kannst du deine Freiwilligenarbeit in Cusco auch direkt über das Projekt, also die NGO CooperarPerú, organisieren. Für die Unterbringung in einem Hostel sorgt CooperarPerú. Ich konnte mich zweimal selbst vor Ort von der wirklich herausragenden, nachhaltigen und seriösen Arbeit der NGO überzeugen. Bei CooperarPerú kannst du sicher sein, dass du Gutes tust.

 

Hier findest du mehr Infos zu CooperarPerú: https://cooperarperu.com/en/

 

Kontakt zu mir

 

Wenn du weitere Fragen zu meiner Erfahrung als Freiwilligenarbeiterin in Cusco hast, kannst du mich selbstverständlich auch jederzeit kontaktieren. Du kannst dafür entweder die Kommunikationswege von QUER DURCH PERU nutzen oder schreibe mir auf direktem Wege eine E-Mail an hallo@generation-world.de.

 

Auf meinem Blog Generation World findest du übrigens auch ein ganzes eBook zum Thema „Volunteering im Ausland“.

 

Interessierst du dich für Freiwilligenarbeit in Cusco oder konntest du vielleicht bereits selbst Erfahrungen sammeln? Verrate es uns gerne in den Kommentaren.

 

 


 

Ich bin Hannah – Autorin und Social Media Managerin bei QUER DURCH PERU. Mit 19 Jahren bin ich zum ersten Mal alleine nach Peru gereist, um mich in als Freiwilligenarbeiterin in einem sozialen Projekt zu engagieren.

Diese Geschichte erzähle ich in meinem Buch Pachamama – Reise ins Unbekannte. Reiseberichte aus Peru und aller Welt findest du auch auf meinem Blog Generation World.

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