Tarapoto und Umgebung: Das Wasserfall-Paradies

Du reist bald nach Tarapoto? Der Bergregenwald in Nordperu ist bekannt für seine spektakulären Wasserfälle und kleine Dschungeldörfer. In unserem Reisebericht zeigen wir, was du dort alles  erleben kannst.
 

Infos über Tarapoto:

Region: San Martín
Distanz: rund 1000 Kilometer nördlich von Lima
Klima: tropisch warm, Regen- und Trockenzeit beachten!
Höhenmeter: 356 Meter
Einwohner: ca. 100.000
Anreise: Mit Flugzeug (LATAM, Peruvian Airlines, Star Peru) oder per Bus z.B. ab Chachapoyas, Moyobamba, Pedro Ruiz, Chiclayo, Piura, Pucallpa, Trujillo und Lima
 

Tarapoto – die entspannteste Dschungelstadt

Wer Natur liebt, der liebt Tarapoto. Und das ist ein Versprechen. Die Stadt selbst gleicht einer typischen Dschungel-Metropole, die von einem feucht-warmen Klima, einem quirligen Straßenleben und Hunderten von Mototaxis geprägt wird. Tarapoto liegt in der Region San Martín und eingebettet zwischen grünen Bergen, einige Wolken der Nebelwälder fügen sich ins Bild. Genannt wird die schnell wachsende Stadt auf 350 Höhenmetern auch “Stadt der Palmen”. Das Klima ist ganzjährig sehr warm, hinzukommen regelmäßige Regenfälle, die die Region so fruchtbar und grün machen. An den Flussufern und in den Tälern wird viel Obst und Reis angebaut. Ebenso typisch für die Region sind Koka-, Kakao- und Kaffee-Plantagen.
Doch das wahre Paradies liegt außerhalb von Tarapoto, zum Beispiel in der geschützten Cordillera Escalera – Heimat zahlloser Tier- und Pflanzenarten: 1.600 Blumen- und Pflanzenarten (darunter Bromelien und Orchideen), 40 Arten von Palmen, 71 verschiedene Schmetterlingsarten und 80 Spezies von Vögeln.. Zahlreiche Wasserfälle und Lagunen machen diese Region zu einem wahren Geheimtipp. Und auch die kleinen Dörfer im Umkreis, in denen das Leben noch besinnlich zugeht, freuen sich über etwas Abwechslung. Bisher kommen nur wenige ausländische Touristen auf den Geschmack, Tarapotos Lagunen, Wälder und tosende Wasserfälle zu erleben. Umso besser, denn wer erlebt das Paradies nicht am liebsten für sich alleine?
Im Vergleich zu anderen Dschungelstädten (wie Pucallpa oder Iquitos) wirkt Tarapoto fast geordnet, relativ sauber und vor allem sicher. Die Stadt selbst ist natürlich, so wie jede Stadt in einer tropischen Zone, irgendwie ein bisschen anstrengend. Schließlich ist es wahnsinnig heiß und durch die knatternden Mototaxis ist es laut. Dennoch finden wir, lohnen sich zwei oder auch drei Tage in Tarapoto.Auch sonst gibt es viele interessante Orte und nette Cafés in Tarapoto zu entdecken. Wir waren zum Beispiel auf dem Mercado de la Banda del Shilcayo, sowie dem Mercado #2 im Stadtzentrum. Beide Märkte waren sehr angenehm und wenn man mal Lust hat, einfach ein wenig Marktatmosphäre zu schnuppern und einen leckeren Saft zu trinken, dann ist man hier genau richtig.

 

Von A nach B in Tarapoto

Tarapoto ist relativ übersichtlich und die meisten Orten sind zu Fuß erreichbar. Alternativ oder ergänzend ist Fortbewegungsmittel Nr. 1 das Mototaxi. Hiermit kommt man an so gut wie jeden Ort, auch in die Dörfer der Umgebung. Mototaxis sind meist günstiger als Auto-Taxis. Wer mit den “öffentlichen Verkehrsmitteln” fahren möchte, der kann sich auch auf einem Pickup mitnehmen lassen. Diese fahren mehrmals täglich vollgeladen von verschiedenen Punkten der Stadt zu den einzelnen Dörfern. Wir sind mit solch einem Pickup zum Beispiel zum Wasserfall Ahuashiyacu gefahren.

 

 

Der Wasserfall Ahuashiyacu

Der Wasserfall Ahuashiyacu ist einer der beliebtesten und wohl auch am besten zugänglichen Wasserfälle in Tarapoto. Zugegeben, es ist kein Geheimtipp und man darf auch nicht erwarten, dort alleine baden zu können. Der Wasserfall ist vor allem Ausflugsort für Einheimische, die sich im kühlen Becken des Wasserfalls erfrischen. Uns hat es dort sehr gut gefallen, denn der Ausflug zum Wasserfall ist eine perfekte Halbtags-Aktivität. Ein bisschen Stadt erkunden, und dann zur Catarata fahren und sich erfrischen.

 

Der ca. 40 Meter hohe Wasserfall ist von Tarapoto aus sehr einfach zu erreichen, dies geht zum Beispiel mit Camionetas, also Pickup Trucks, die neben jeder Menge Waren auch Personen mitnehmen. Von Tarapoto aus kostet so eine Mitnahme auf der Ladefläche 5 S./, frischer Fahrtwind inklusive. Mit dem Mototaxi kostet es ca. 35 S./ pro Strecke. Auf dem Rückweg fahren immer mal wieder Camionetas vorbei, man braucht also keine Angst haben, das man nicht wieder zurück nach Tarapoto kommt.

Der Eintritt kostet 6 S./ pro Person, Badesachen nicht vergessen (Umkleidekabinen vor Ort).

 

 

Der Wasserfall Ahuashiyacu

 

Bei weitem kein Geheimziel: Doch hier findet man viele Bewohner Tarapotos beim Baden.

 

 

Dschungeldorf San Roque de Cumbaza mit Übernachtung in der Chirapa Manta Ecolodge

Nach unserer Nacht in Tarapoto sind wir mit dem Mototaxi ins benachbarte San Roque de Cumbaza gefahren, ein kleines Dorf in den dschungeligen Bergen rund um Tarapoto. Übernachtet haben wir in San Roque drei Nächte in der Chirapa Manta Ecolodge von Claudia und Javier. Die Lodge befindet sich kurz vorm Eingang nach San Roque und ist ein kleines Paradies am Fuße des Flusses Rio Cumbaza. Dieser kann übrigens in der Regenzeit von einem hübschen Badeflüsschen zu einem reißenden Strom heranwachsen. Eine Nacht mit starken Regenfällen kann da bereits einen großen Unterschied machen. Um zur Lodge zu gelangen, überquert man eine Hängebrücke und wandert ca. 5-10 Minuten bis zur Lodge. Die Unterkunft ist sehr ökologisch, aus reinen Naturmaterialien gefertigt und versucht so wenig Einfluss auf die Umwelt zu nehmen, wie möglich. Die Toiletten sind Trenn-Trockentoiletten und somit wird einiges an Wasser eingespart.
Das Essen in der Lodge ist wahlweise zubuchbar und in der Regel vegetarisch/vegan, Fleisch kann jedoch auf Nachfrage zubereitet werden. Claudia und Javier arbeiten mit Frauen aus der Gemeinde von San Roque zusammen, die hier täglich das Essen zubereiten. Außerdem gibt es auf Wunsch Yoga-Unterricht und Massagen. Außerdem organisieren Javier und Claudia gerne Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung. Gemeinsam mit dem Besitzer Javier haben wir zum Beispiel einen Ausflug zum Wasserfall Huacamaillo gemacht, eine ca. 2 stündige Wanderung (pro Strecke), bei der auch mehrfach Flüsse durchquert werden müssen.

 

 

Der Eingang zur Chirapa Manta Ecolodge

 

Zwischen dschungeligen Pflanzen und am Flussufer gelegen: Die Chirapa Manta Ecolodge.

 

Der Wasserfall Huacamaillo

Nahe San Roque de Cumbaza befindet sich der kleine Ort San Antonio. Von hier aus startet die Wanderung zum Huacamaillo Wasserfall – ein absolutes Highlight und eine der schänsten Wanderungen die wir zu Wasserfällen gemacht haben. Rund zwei Stunden läuft man ab San Antonio bis zum Wasserfall und durchquert dabei mehrmals den Fluss. In der Trockenzeit ist der Wasserstand so niedrig, dass man durch das Flussbett waten kann. Als wir im Oktober (Übergang zur Regenzeit) die Wanderung gemacht haben, standen wir bereits bis zum Bauchnabel komplett im Wasser, die Sachen werden zwar nass aber dank der Wärme im Regenwald ist man schnell wieder getrocknet. Die Natur am Huacamaillo ist traumhaft schön und die Belohnung ein erfrischendes Bad im einsamen Wasserfall. Daher empfehlen wir jedem, diese wunderschöne Wanderung unbedingt selbst zu machen, ein Guide wird dringend empfohlen.

 

 

Laguna Azul

Südlich von Tarapoto befindet sich nach 52 km die Laguna Azul (auch Laguna de Sauce genannt), ein sehr beliebtes Ausflugsziel sowohl Einheimischen als auch der Touristen: Ein See mitten im Regenwald von San Martín, hier kannst du Boot fahren, baden, angeln oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Mit seinen Stegs und den schilfüberdachten Häusern ist die Laguna Azul auch ein toller Foto-Spot.

 

Naturschutzgebiet Cordillera Escalera (Río Shilcayo)

Es lohnt sich, den Naturschutzpark der Cordillera Escalera auf einer mehrtägigen Tour zu erkunden. Die Region bietet zahlreiche Aussichtspunkte, Lodges und ist vor allem für die vielen Affen- und Vogelarten bekannt, die du während Dschun-gel-Exkursionen sehen kannst. Höhepunkte sind die vielen Wasserfälle, die sich einem wie wunderschöne Juwelen der Natur offenbaren. Zu den schönsten Was-serfällen gehören der Tamushal und Vestido de la Novia(dt. “Brautkleid”). Tourend urch den Park solltest du immer mit lokalen Guides und niemals alleine machen. Gummistiefel nicht vergessen, werden meist gestellt.

 

 

Abstecher nach Chazuta

Chazuta ist eine kleine Dschungelstadt 40 km südlich von Tarapoto entfernt. Allein die Fahrt entlang vom Fluss Huallaga und den tropischen Bergen ist spektakulär und unterwegs kommt man an der empfehlenswerten Puma Rinri Lodge vorbei. Für einen Tagesausflug nach Chazuta nimmst du am morgen ein Colectivo (ab Jr. Jose Olaya 1333) und kannst von Chazuta auch wieder mit dem Colectivo zurück fahren. Streife durch die Straßen von Chazuta und tanke pures Dschungelfeeling. Du kannst die Schokoladenfabrik „Sachacao“ mit Restaurant und günstiger Unterkunft das Keramik-Museum Museo de Cerámica Tradicional Wasichay und die Kunstgalerie Centro Cultural Joicy V. Bartra besuchen. Die Kunstgalerie verfügt über eine Unterkunft und ein schönes Café.

 

 

Chazuta

Besuch vom traditionsreichen indigenen Dorf Lamas

Sehr beliebt bei Touristen ist ein Ausflug ins 22 km entfernte Lamas, wo man mehr über die native Gemeinde der Lamistas erfährt. Nach Lamas kommst du entweder mit einer Tour oder indem du ab Tarapoto mit dem Colectivo fährst. Alte Bräuche wie das Tragen von Trachten, das Aufführen von Tänzen und das Sprechen der indigenen Sprache Lamas-Quechua sind bis heute Bestandteil der gelebten Alltagskultur. Sehr interessant ist das Heimatmuseum Museo Etnológico los Chancas. Etwas fragwürdiger ist die “mitteralterliche” Burg, die 2005 von einem reichen Italiener gebaut wurde und so gar nicht in die Kulturlandschaft passt. Die meisten Peruaner findet es jedoch klasse und die Burg muss damit für viele Fotos erhalten 😉 Für ein Erfrischungsbad sorgt der 6 km entfernte Wasserfall Chapawanki, auch hier der Weg dorthin in der Regenzeit etwas schlammig werden.

Auch toll: Hier gibt es viele tolle Murales, also Graffiti-Wandbilder lokaler Künstler.

 

 

Unsere Empfehlungen lokaler Agenturen für Ausflüge in Tarapoto und Umgebung

Für Ausflüge in Tarapotos Umgebung möchten wir dir zwei tolle Reiseagenturen ans Herz legen, die Besitzer kennen wir persönlich. Beide Agenturen arbeiten eng mit nativen Gemeinden zusammen und bieten Touren abseits der klassischen Programme an:
Sacha Runa Adventures
Daniel Lerner (ursprünglich aus Lima) ist ein erstklassiger Guide (Spanisch/Englisch), der dir wie kein anderer Tarapotos Natur und Kultur zeigen wird. Daniel lebt in San Roque de Cumbaza, wo du ihn auch in seinem Kunstzentrum Sachaqa antreffen kannst.
Heliconia Agencia de Viajes
Auch Janeth macht mit ihrer Reiseagentur einen Unterschied zu den kommerziellen Anbietern, indem sie viele alternative Touren anbietet und auch großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Du findest Heliconia in Tarapoto in der Straße Prol. Federico Sanchez 1101. Janeth leitet das Sach’a Café und die Situlli Eco Lodge in San Roque de Cumbaza, ebenfalls interessant für einen Besuch.
 

Tipps für Unterkünfte in Tarapoto

Wir empfehlen bei einem Aufenthalt in Tarapoto in einer Lodge zu übernachten, diese muss nicht unbedingt super teuer sein, es gibt auch naturnahe Lodges, die etwas rustikaler sind, aber dennoch wunderschön!
Puma Rinri Lodge
Wenn du dir etwas gönnen möchtest, dann empfehlen wir dir die Puma Rinri Lodge, die rund 50 Minuten außerhalb von Tarapoto am Fluss Huallaga liegt. Es ist der perfekte Ort, um nach einer längeren Reise durch Peru die Seele baumeln zu lassen. Das kannst du in einer der vielen Hängematten oder den Lodge-Pools mit Blick auf den Regenwald. Die Lodges sind im Stil der Region erbaut und super komfortabel. Jeden Tag kannst du dich zwischen verschiedenen Dschungel-Exkursionen entscheiden.

Ausflug in einen Medizinwald mit der Puma Rinri Lodge

 

Chirapa Manta Ecolodge
Auch die Chirapa Manta Ecolodge ist ein besonderer Tipp von uns, vor allem, da sie auch etwas für den nicht ganz so prallen Geldbeutel ist. Diese rustikale, aber dennoch komfortable Naturlodge liegt am Ortseingang zum Dschungeldorf San Roque de Cumbaza am Flusse des Rio Cumbaza. Weiter oben im Artikel haben wir sie dir schon einmal genauer beschrieben.

 

Wer jedoch etwas zentraler in Tarapoto übernachten möchte, dem raten wir zu folgenden Unterkünften:

 

Casa de Palos
Gehört zum Café Quilpa und daher besonders gutes Frühstück. Schöne, saubere Zimmer. Innenhof mit Sitzgelegenheiten. Sehr zentrumsnah.

 

Im Café Quilpa gibt es ebenfalls tolles Essen und immer eine frische Brise. In der Regenzeit kann man von hier beobachten, wie der Regen auf die Wellblechdächer prasselt.

 

ZYGO Bed & Breakfast
Gehört den gleichen Besitzern wie das gleichnamige Café ZYGO in der Innenstadt von Tarapoto, Arnaud und Patricia. Sehr hübsch und individuell gestaltet und einfach tolle, hilfsbereite Besitzer die gerne Auskunft geben und Hilfe leisten bei allen Fragen. Hier waren wir bei unserem letzten Aufenthalt Ende 2019 auch zu Gast. Gefrühstückt wird am großen Tisch im Aufenthaltsraum, vegan und mit leckeren Bio-Zutaten. Generell verfolgt das ZYGO einen ökologischen Ansatz: Handtücher und Bettwäsche werden mit biologischem Waschmittel gewaschen, die Seifen sind alle aus natürlichen, pflanzlichen Inhaltsstoffen und ohne chemische Zusätze. Patricia und Arnaud sind super hilfsbereit & freundlich und wir haben uns dort sehr wohl gefühlt.

 

 

Das ZYGO Bed&Breakfast, hier wird auch gemeinsam gefrühstückt.

 

Green Lodge
2 Minuten von der Plaza de Armas entfernt. Besonders ruhig in der Nacht. Saubere Zimmer mit Klimaanlage. Schöner Innenhof mit Sitzgelegenheiten.

 

Cordillera Escalera Lodge
12 Minuten mit dem Mototaxi vom Zen-trum entfernt. Wunderschöne Lodge auf Berglage mit herrlichem Blick über die bergigen Nebelwälder. Riesige Gartenanlage mit tropischen Gewächsen. WLAN auch im Bungalow.

 

Typische Gerichte aus Tarapoto, die du probieren solltest:

Juane: Reis mit Hühnchen, Fisch oder Fleisch eingewickelt in Bananenblätter. Ein typisches Essen in den tropischen Teilen Perus.

Tacacho con cecina und Salsa Criolla: Herzhafte “Bananen-Klöße” mit Schweinefleisch und einer Soße aus roten Zwiebeln, Tomaten, Koriander und Limettensaft.

Pescado a la hoja: Fisch eingewickelt in ein Bananenblatt. Dieser wird entweder gekocht oder gegrillt.

Yuca frita: Frittierter Maniok – endlich auch mal etwas für Vegetarier und Veganer 😉

 

 

Hast du noch Fragen zu Tarapoto? Dann stelle sie uns gerne in den Kommentaren! Oder warst du schon selbst dort? Dann würden wir uns freuen zu hören, wie es dir dort gefallen hat.
 

2 Kommentare
  • Nicole
    Antworten
    Posted at 14:37, 23. November 2021

    Hola
    Kann es sein, dass die Chirapa Manta Eco Lodge inzwischen Chirapa Manta Amazon Lodge heisst?

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