Perus Küstenkulturen: 10 archäologische Stätten zwischen Lima und Chiclayo + 2 Museums-Tipps

Mystisch, gruselig und bewundernswert: Die antiken Kulturen Perus haben die Jahrhunderte überstanden, für Archäologen ist der Küstenstreifen Nordperus ein staubiges Paradies. Geheimnisvolle Orakel, zeremonielle Plätze, alte Tempel und Gräber, in denen Mumien und Artefakte aus Gold und Silber gefunden wurden. Für Besucher ist es eine Zeitreise, ein ständiger Sprung zwischen den Jahrhunderten. Wir können nur staunen über die alten Traditionen und das Wissen der Küstenvölker. Auf unserer letzten Reise durch Nordperu haben wir Caral, Sechín und El Brujo besichtigt. Die anderen archäologischen Stätten besuchten wir auf anderen Reisen.

 

Dieser Artikel soll dir einen Überblick über die Prä-Inkakulturen zwischen Lima und Chiclayo geben. Auch wenn diese Aufzählung nur ein Bruchteil von dem Kulturerbe Perus darstellt, so ist sie ein guter Anhaltspunkt für jede Rundreise durch Nordperu.


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Die 10 archäologischen Stätten von Süd nach Nord + 2 Museums-Tipps

 

 

Museums-Tipp Nummer 1: Museo Larco in Lima

Im wunderschönen Stadtbezirk Pueblo Libre kannst du eines der besten Landesmuseen besuchen und dir einen Überblick über Perus alte Kulturen verschaffen. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Museum auf die Moche-Kultur, dessen damaliges Reich sich zwischen dem heutigen Trujillo bis nördlich von Chiclayo erstreckte.

 

Für Kulturinteressierte der perfekte Einstieg in die archäologische Welt Perus

 

Für alle archäologischen Stätten gilt: Unbedingt an Sonnencreme und Kopfbedeckung denken, mitten in der Wüste knallt die Sonne vom Himmel und es ist ordentlich heiß. Und natürlich viel Wasser trinken.

 

Pyramiden von Huaca Pucllana (Miraflores, Lima)

Mitten in der Großstadt Lima befinden sich die Pyramiden von Huaca Pucllana, die von einer alten Zivilisation, der Lima-Kultur, aus Lehm und Sand erbaut wurden. Es war ein Ort politischer und religiöser Rituale. Heute gibt er einen Einblick in die Lebensweise und Traditionen der Lima-Kultur, die hier zwischen 200 – 700 n. Chr. noch lange Zeit vor Ankunft der Spanier lebte. Diese Stätte kannst du auf einem Rundgang durch Miraflores mit einplanen.

 

Ist das nicht ein unglaublicher Kontrast zwischen Geschichte und Moderne?

 

Pachacámac (40 Kilometer südöstlich von Lima)

Ruinen ehemaliger Tempel liegen 40 Kilometer südöstlich von Lima. Dabei handelt es sich um Pachacámac, ein religiöses Zentrum, benannt nach dem gleichnamigen Schöpfer des Universums. Die antike Stadt, die bei Eroberung der Spanier schon über 1000 Jahre existiert haben soll, liegt in einem Tal, durch welches der Fluss Lurín fließt. Die Architektur sowie Keramiken verraten den Forschern, dass Pachacámac von der Wari-Kultur maßgeblich beeinflusst wurde. Später nahmen die Inka das Zentrum in beschlag, unter ihnen entstand u.a. der Sonnentempel am Hauptplatz.

 

Caral (200 Kilometer nördlich von Lima)

200 Kilometer nördlich von Lima befindet sich Caral, die älteste Zivilisation Amerikas und seit 2009 UNESCO-Weltkulturerbe. Sie liegt 25 Kilometer landeinwärts im Supe-Tal. Nach neustem Kenntnisstand wird die Entstehung Carals auf 2.600 vor Christi datiert. Ein enormes Alter! Und trotz des zusetzendes Küstenklimas ist der Zustand der Ruinen bemerkenswert. Auf einem Rundgang durch Caral benötigt man einiges an Vorstellungskraft, um sich die ehemaligen Tempel, Zeremonieplätze und Amphietheater vorzustellen.

 

Caral gilt als die älteste Zivilisation Südamerikas

 

Sechín (Casma)

Die archäologische Stätte Sechín befindet sich außerhalb der Küstenstadt Casma. Nur wenige Besucher verirren sich hierher, dabei handelt es sich bei Sechín um eine weitere, spannende Küstenkultur. Wer den Tempel besucht, darf dramatische Darstellungen von Opferzeremonien bewundern. Nun ja, ziemlich gruselig, was hier in Stein gemeißelt wurde: Jede Menge abgeschlagene Köpfe und andere brutale Szenen von Kriegern und Sklaven, für die Ewigkeit in die Steine eingraviert. Lohnenswert ist ein Blick in das Museum und ein Aufstieg zum Aussichtspunkt, von dem man das herrlich grüne Tal betrachten kann.

 

Sechín ist nichts für schwache Nerven

 

Huaca de la Luna & Huaca del Sol (Trujillo)

Außerhalb von Trujillo befinden sich Sonnen- und Mondtempel der Kultur Moche. Sie wurden einst aus Lehmziegeln erbaut und zählen zu den ältesten Bauten in Südamerika. Aufgrund des rauen Küstenklimas sind die Pyramiden kaum noch als solche zu erkennen. Im Sonnentempel, der mit 340 x 160 Metern und einer Höhe von 40 Metern weitaus größer ist als der Mondtempel, befand sich das administrative Zentrum. Der Mondtempel stellte das religiöse Zentrum dar, welches für spirituelle Rituale und Opfergaben genutzt wurde. Erstaunlich gut erhalten sind die bunten Wandmalereien und Reliefs, sie zeigen kriegerische Szenen und die Mythologie der Moche-Kultur. Im Mondtempel wurden zudem zahlreiche Menschenopfer gefunden. Besichtigt werden kann aktuell nur der Mondtempel.

 

Chan Chan (Trujillo)

Ebenfalls außerhalb von Trujillo befindet sich Chan Chan, ein imposanter Lehmziegelpalast, Hauptstadt der einstigen Chimú Kultur. Ihr Reich erstreckte sich zwischen 1.000 bis 1.470 n. Chr. an der gesamten Nordküste von Lima bis zur Grenze Ecuadors. Damit war die Chimú Kultur eine der einflussreichsten Kulturen, mit ihren 30.000 Einwohnern galt Chan Chan zur damaligen Zeit als die größte Stadt Südamerikas. Chan Chan wurde größtenteils aus Lehm, aber auch aus Holz und Schilf erbaut und besaß eine Fläche von rund 28 Quadratkilometern. Die UNESCO ernannte Chan Chan bereits 1986 zum Weltkulturerbe.

 

Chan Chan: Eine Stadt gebaut aus Lehm

 

El Brujo (45 Kilometer nördlich von Trujillo)

Nördlich von Trujillo befindet sich das grüne Chicama Tal, dort wurde 2006 in einem Tempel die Mumie einer weiblichen Moche-Herrscherin entdeckt – ein wahrer Sensationsfund! Die Dama de Cao war die erste weibliche Herrscherin der Moche-Kultur und zwischen 20 und 30 Jahren alt. Ihre Arme waren übersät von Schlangen- und Spinnentattoos, die ihre Macht und Dominanz repräsentierten. Nicht nur der Zustand der Wandmalereien und der Fund der Mumie sind spektakulär – die Mumie ist im Museum ausgestellt! –, sondern auch die dramatische Küstenlandschaft: Am wilden Pazifik gelegen, thront der Tempel mit einer Weitsicht über das Meer. Jeder, der nach Trujillo reist, sollte der Dama de Cao einen Besuch abstatten.

 

Die Dama de Cao war die erste weibliche Herrscherin der Moche-Kultur

 

Túcume (30 Kilometer nördlich von Chiclayo)

Die Pyramiden von Túcume – von den Einheimischen auch „Purgatorio“, das Fegefeuer genannt – befinden sich im Bezirk Lambayeque und erstrecken sich auf einem Areal von rund 220 Hektar. Die Bauwerke werden der Lambayeque-Kultur in einer Zeit zwischen 1.000 und 1.350 n. Chr. zugeordnet. Mit 260 Pyramiden stellt Túcume die größte bekannte Ansammlung von Pyramiden aus der vorkolumbianischen Zeit dar. Die Pyramide „Huaca Larga“ gehört mit ihren 700 x 280 Metern Grundriss zu einer der größten Pyramiden weltweit.

 

Túcume: eine gigantische Pyramidenlandschaft in der Wüste

 

Huaca Rajada (30 Kilometer östlich von Chiclayo)

Der Señor de Sipán war einstiger Herrscher der Moche-Kultur, die Perus Nordküste zwischen 100 und 800 n. Chr. beherrschte. Sein Grab „Huaca Rajada“ wurde 1987 vom Archäologen Walter Alva entdeckt – ein Sensationsfund! Neben der Mumie wurden Ornamente aus Gold und Silber sowie Schmuck aus der Spondylus-Muschel entdeckt. Ihm zu Ehren wurden Menschen- und Tieropfer erbracht, so hat man die Knochenreste von Frauen, Kindern und Tieren gefunden. Die archäologische Stätte Sipán besteht aus dem Grab und einem Museum, in dem Artefakte ausgestellt sind.

 

Museums-Tipp Nummer 2: Tumbas Reales in Chiclayo

Wer durch Chiclayo reist, sollte dem Museum der Königsgräber einen Besuch abstatten. Die Konstruktion des Gebäudes basiert auf dem Grab des Señor de Sipán. Der Besucher startet in der obersten Etage und bahnt sich seinen Weg bis in die unterste „Grabschicht“. Dabei wird einem bildhaft demonstriert, wie sich das Grab aufgebaut hat und in welchen Schichten sich Gold, Silber, Knochen und Mumien befanden. Die ausgestellten Schmuckstücke aus Gold und Silber sind imposant.

 

Für uns eines der interessantesten Museen Perus


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