Sandstrände und Prä-Inka-Kulturen – die Küstenroute von Lima bis nach Ecuador

Viele Reisende beginnen ihr Lateinamerika-Abenteuer mit Peru und der klassischen Südroute. Klar, hier warten ja auch die Highlights Cusco, Machu Picchu, Titicacasee und Co. Doch vor allem Langzeitreisende zieht es danach in den noch relativ untouristischen Norden, die wahre Schatzkammer Perus! Denn hier warten zahlreiche Ruinen und Tempel, Surferdörfchen und natürlich frisch gefangener Fisch – perfekt für das Nationalgericht Ceviche. In unserem individuellen Reiseführer QUER DURCH PERU verraten wir dir verschiedene Möglichkeiten, die Küste in deine Reiseroute einzuplanen und in den detaillierten Cityguides findest du zahlreiche Infos zu Unterkünften, Restaurants und andere Tipps.

 

Für die Nordküste gibt es viele Gründe: Ob für einen Badeurlaub an den feinen Sandstränden, um den Küsten-Kulturen (z.B. Moche oder Chimú-Kultur) auf die Spuren zu kommen, aus Neugier und Entdeckerlust oder um von dort weiter nach Ecuador zu reisen. In diesem Beitrag verraten wir dir, wie du einfach von Lima in den Norden Perus und von dort weiter nach Ecuador reist – und was du dort alles erleben kannst!

 

Auf der nördlichen Küstenroute erlebst du:

 

  • Immer feiner werdende Sandstände
  • die hübsche Kolonialstadt Trujillo
  • Die größte präkolumbianische Stadtanlage Lateinamerikas „Chan Chan“
  • sehr gut erhaltene Tempel, wie zum Beispiel „Huaca del Sol y de la Luna“ oder „El Brujo“
  • kleine Surferdörfer wie Huanchaco oder Máncora                                                           
  • Jede Menge frisches Ceviche und Pisco Sour in den Bars am Strand                                                         
  • Die längste Welle der Welt in Chicama

 

 

Von Lima nach Ecuador: Bus oder Flugzeug?

 

Natürlich gibt es zahlreiche Fluggesellschaften die von Lima aus in den Norden und nach Ecuador fliegen. Von Lima nach Quito oder Guayaquil in Ecuador fliegen zum Beispiel LATAM oder Avianca.

Im Norden Perus gibt es einige Flughäfen, z.B. in Chimbote, Trujillo, Chiclayo, Piura oder Talara, die Airlines LATAM, LC Perú oder Iberia fliegen manche dieser Flughäfen an. Welche Airlines genau wohin fliegen, findest du über Skyscanner oder Kayak heraus.

 

Wir finden jedoch, dass die Reise mit dem Flugzeug in den Norden relativ unnötig ist.

Denn die Busstrecke führt entlang der Panamericana Richtung Norden. Sie ist wenig kurvenreich und du legst so gut wie keine Höhenmeter zurück. Das macht die Reise recht komfortabel und schnell, vor allem, wenn man in einem der Super-Luxus-Busse über Nacht reist. Einige Tipps für die Reise mit Bussen in Peru findest du hier. Die Ersparnis mit dem Bus ist dabei wirklich enorm. Du findest schon für 120 S./ (ca. 35 €) Plätze im Semi-Cama-Bus von Lima bis ganz in den Norden nach Tumbes (Fahrtzeit ca. 20 Stunden). Zum Vergleich: Eine Flugreise kostet um die 180 € (One-Way mit LATAM), also fast das 4-fache!

Außerdem hast du mit dem Bus die Möglichkeit die Nordküste Perus besser kennenzulernen, alte Prä-Inka Tempel zu besuchen, surfen zu lernen oder ein leckeres Ceviche zu essen.

 

Im folgenden zeigen wir dir die Stationen auf der nördlichen Küstenroute von Lima bis nach Ecuador und deren Highlights:

 

Stopp 1: Trujillo und Huanchaco

 

Fahrzeit von Lima ca. 7 Stunden

 

Von Lima fährst du auf der Panamericana in Richtung Norden. Hier hast du die Möglichkeit einen Stopp in der Fischerstadt Chimbote einzulegen, der jedoch eher nicht lohnt, denn viel gibt es hier nicht zu sehen. Daher empfehlen wir dir direkt von Lima nach Trujillo zu fahren. In 8 Stunden erreichst du die Kolonialstadt, für die du einige Tage einplanen solltest. Trujillo kann laut und hektisch sein und erinnert in vielen Teilen an ein kleines Lima. Darum raten wir dazu im kleinen Surferdorf Huanchaco zu übernachten, Taxis fahren dich inklusive Gepäck von der Busstation bis nach Huanchaco für ca. 20 S./.

In Huanchaco erwartet dich ein idyllisches, kleines Fischerdorf mit den berühmten „Caballitos de Totora“, den Schilfbooten, wie sie schon seit Jahrtausenden im Einsatz sind. Mittlerweile wirst du hier mehr Surfer als Fischer finden, eine ideale Gelegenheit für einen Surfkurs in einer der zahlreichen Surfschulen an der Strandpromenade. In Huanchaco gibt es zahlreiche Unterkünfte für Backpacker, aber auch Mittelklassehotels und Hotels mit gehobenen Standard.

Von Huanchaco aus hast du die Möglichkeit zahlreiche Orte und archäologische Stätten zu erkunden.

 

Kolonialer Flair in Trujillo

Fahre mit dem Colectivo nach Trujillo (ca. 30 Minuten) und lass dich von der Innenstadt mit seiner weiten Plaza de Armas, der gelben Kathedrale und den kolonialen Holzbalkons verzaubern. Die Plaza de Armas ist ein guter Ausgangspunkt um von dort aus die restliche Innenstadt zu erkunden.    

 

Die größte präkolumbianische Stadt Lateinamerikas: Chan Chan

Besuche die größte Prä-Inka-Stadt der Welt: Chan Chan! Genau genommen fährst du mit dem Bus genau hindurch, wenn du von Huanchaco nach Trujillo oder zurück fährst. Denn die riesige alte Stadtanlage aus Sand erstreckt sich 26 Quadratkilometer an der Küste entlang. Was früher mal eine mächtige Lehmziegelstadt war, erinnert hier nur noch an wenigen Ecken daran, das Wetterphänomen El Niño hat mit schweren Regenfällen dafür gesorgt, dass von dem einstigen Imperium der Chimú-Kultur nicht mehr viel erkennbar ist. Einige Teile sind jedoch noch gut erhalten und für Besucher geöffnet. So kann man hier alte Mauern mit ihren Reliefs bewundern: Die Chimú waren ein sehr naturverbundenes Volk und so sieht man Darstellungen von Wellen, Fischen, Seelöwen und Vögeln in den Mauern der Stadt. Auch sehenswert ist das Museo del Sitio Chan Chan.

 

 

Die Moche-Kultur mit ihrem Sonnen- und Mondtempel

Von den beiden Huacas, den Tempeln ca. 10 Kilometer von Trujillo entfernt, ist nur die Huaca de la Luna zu besichtigen, doch das lohnt sich! Auf mehreren Ebenen findet man hier sehr gut erhaltene Tempel und beeindruckende Malereien. Ein Muss, wenn man in Trujillo ist.

 

In der Huaca de la Luna

 

Noch wenig bekannt: La Huaca del Brujo (der Tempel des Zauberers)

Ein absolut fantastischer Tagesausflug von Trujillo ist die Huaca del Brujo, eine noch recht neue Ausgrabungsstätte ca. 60 km von Trujillo entfernt. Derzeit finden dort immer noch Ausgrabungen statt, doch Teile kann man bereits besichtigen. Schon die Fahrt dorthin ist abenteuerlich:  Mit dem Colectivo geht es von Trujillo bis nach Chocope und weiter nach Magdalena del Cao. Von dort aus muss man sich ein Mototaxi nehmen, um bis zur Ausgrabungsstätte zu kommen – doch das lohnt sich sehr, der Flair ist dort wirklich mystisch und die Ruinen in ausgezeichneter Verfassung!

 

Wellenreiten in Huanchaco

Wenn du schon immer mal Surfen lernen wolltest, dann bist du in Huanchaco an der richtigen Adresse. Surfschulen säumen die Strandpromenade und hier kann man einfach und schnell lernen, die perfekte Welle zu ergattern. Anfänger bleiben am besten in der etwas ruhigeren Bucht rechts vom Pier, die Profis surfen links davon auf den wilderen Wellen.

 

 

Stopp 2: Von Trujillo über Puerto Chicama und Pacasmayo nach Chiclayo

 

Fahrtzeit von Trujillo nach Chiclayo: ca. 3 Stunden

 

Wer in Huanchaco auf den Surf-Geschmack gekommen ist, für den lohnt sich definitiv ein Ausflug nach Chicama, zur längsten Welle der Welt! Dies kann man entweder gemeinsam mit einer Surfschule von Huanchaco aus, oder aber mit dem Interurbano nach Paiján und dann mit dem Colectivo weiter nach Puerto Chicama.

Wem es in Huanchaco und zu Trujillo zu trubelig ist, der findet seine Ruhe in Pacasmayo, denn der Tourismus ist bis hierher kaum vorgedrungen. Hier finden sich viele alte Häuser aus der Kolonialzeit, die irgendwie romantisch-heruntergekommen aussehen. Nach Pacasmayo fährst du am besten mit dem Interurbano von Trujillo aus.

Natürlich kannst du die beiden Dörfchen auch überspringen und direkt nach Chiclayo weiterfahren. Chiclayo liegt ca. 20 km landeinwärts und ist für seine Schamanen, Hexen und Zauberer bekannt. Viele teilweise noch unbekannte Ausgrabungsstätte liegen in unmittelbarer Nähe.

 

Ein Besuch beim „Señor de Sipán“

Im noch relativ neuen Museum der Königsgräber von Sipán kann man wertvolle Ausgrabungsstücke wie kostbare Schmuckstücke (Ohrpflöcke mit Türkiseinlagen, Nasenschmuck, Kronen) aber auch Kleidungen, Standarten und Keramiken bewundern. Ein absolutes Muss für alle, die nach Chiclayo fahren!

 

 

Der Hexenmarkt von Chiclayo

Auf dem faszinierenden Hexenmarkt gibt es allerlei Kuriositäten zu finden. Kräuter, Pulver und Heilmittel werden hier von den sogenannten Curanderos, den Schamanen, verkauft. Diesen Markt solltest du dir nicht entgehen lassen, denn wo sonst hast du die Möglichkeit echte Schamanen zu treffen und dich mit allerlei Heilmitteln einzudecken?

 

 

Ruinen rund um Túcume

Die Ruinen von Túcume sind die größte Ansammlung präkolumbianischer Pyramiden. Auch hier wird teilweise noch ausgegraben und nur wenige Tempel sind überhaupt begehbar. Dennoch lohnt sich ein Besuch.

 

Sonnenanbeter am Strand Pimentel

Du willst ein paar Tage am Strand in der Sonne brutzeln? Dann bist du in Pimentel genau richtig. Kleiner Tipp: Wer wirklich schöne Strände sucht, der spart sich seine Strandtage auf und fährt nochmal weiter Richtung Norden, denn je weiter nördlich du fährst, umso feiner wird der Sand und umso wärmer das Wasser.

 

Stopp 3:  Von Chiclayo nach Máncora und die Strände in der Nähe

 

Fahrtzeit von Chiclayo nach Máncora: ca. 5-6 Stunden

 

Uns fragen viele Reisende häufig nach Máncora, denn es ist DER Strandort überhaupt in Peru. Den Hype um Máncora muss man nicht unbedingt verstehen, denn auch wenn der Strand zwar schon etwas tropischer ist als beispielsweise in Huanchaco, führt quer durch den Ort die Panamericana, was das Ganze natürlich etwas ungemütlicher macht. Dennoch finden wir, dass sich ein Stopp auf dem Weg nach Ecuador lohnt. Hier findest du Zeit zum Sonnenanbeten, Ceviche essen, Cocktails trinken am Strand und allen Vorteilen, die ein Badeurlaub so mit sich bringt. Hier kann man übrigens auch Kitesurfen.

 

Unser Tipp: Noch schönere Strände findest du übrigens in Punta Sal, ca. 30 Minuten mit dem Colectivo von Mancora entfernt. Hier ist das Meer ruhiger als an den anderen Stränden und daher perfekt zum Schwimmen.

 

 

Stopp 4: Von Máncora nach Tumbes

 

Fahrtzeit von Máncora nach Tumbes: ca. 2 Stunden

 

So langsam wird es tropischer, merkst du es schon? Tumbes ist sozusagen das letzte Städtchen vor der Grenze nach Ecuador – und es wird immer grüner und grüner.

Wer Tumbes als zwielichtige, heiße Grenzstadt abstempelt, der liegt falsch. Denn hier warten Mangroven und Naturschutzgebiete darauf erkundet zu werden. Die Stadt selbst ist jedoch wenig sehenswert, darum raus in die Natur!

 

¡Welcome! 🕊 #Tumbes

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Tagesausflug nach Zorritos

Das Fischerdorf Zorritos befindet sich ca. 35 km von Tumbes entfernt und eignet sich gut für einen Tagesausflug, vor allem, um die zahlreichen Vögel zu beobachten.

 

Grenzübergang Peru – Ecuador

Am einfachsten ist die Grenzüberquerung im Bus von Tumbes nach Machala (2 Stunden) oder direkt weiter bis nach Guayaquil (6 Stunden). Die Busgesellschaft Cifa Internacional bietet Direktverbindungen an. An der Grenze wird ausgestiegen, die Reisepässe werden gestempelt und schwups bist du in Ecuador eingereist.

 

Weitere Reiserouten für den Norden und Süden, sowie Planungs-Tipps für deinen Peru-Trip findest du in unserem individuellen Reiseführer QUER DURCH PERU!

 


 

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